AIV Hanau spricht sich für Paillettenschirme auf dem Freiheitsplatz aus

„Ein intelligentes und schlüssiges Grünkonzept“
Hanau. „Offensichtlich verführt der prägnante Begriff des Paillettenschirmes dazu, die Diskussion um die zukünftige Gestaltung des Freiheitsplatzes auf die geometrische Form von Haltestellenüberdachungen zu reduzieren. Damit verfehlt diese Auseinandersetzung jedoch den Kern der Planung und wird dem mit dem Entwurf für Platz und Omnibusbahnhof vorliegenden wegweisenden Lösungsansatz in keiner Weise gerecht.“ Mit einem klaren Bekenntnis zugunsten der Paillettenschirm-Konstruktion hat sich jetzt auch der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) Hanau e.V. zu Wort gemeldet. Stellvertretend für zahlreiche in Hanau ansässige und tätige Planer unterstützt die Organisation nach den Worten ihres Vorsitzenden Ulrich Wagner nachdrücklich die Planungen zur Neugestaltung des Freiheitsplatzes.

Die Konstruktion der künftigen Überdachungen seien aus einem sehr intelligent und schlüssig entwickelten Konzept für den gesamten neuen Freiheitsplatz heraus entwickelt, so Wagner. Wie der fachkundige Betrachter leicht feststellen könne, sei dabei ein zentrales Ansinnen der beauftragten Planer aus Darmstadt und Köln gewesen, die Gesamtfläche trotz der funktionalen Trennung in Busbahnhof und aufenthaltsorientiertem Stadtplatz als eine in ihren Details harmonisch aufeinander abgestimmte städtebauliche Einheit erlebbar zu machen. Das markanteste Gestaltungselement ist nach Ansicht des Architekten dabei die Anordnung von Bäumen auch im Bereich der Bushaltestellen. „Die Paillettenschirme, wie sie jetzt mit dem Prototyp auch in natura zu begutachten sind, reagieren in Form und Größe letztlich nur auf dieses sehr überzeugende Grünkonzept.“
Dem Ansinnen, den zukünftig wohl wichtigsten städtischen Platz Hanaus mit „Buswartehäuschen aus dem Katalog“ zu möblieren, ist deshalb eine deutliche Absage zu erteilen, so der klare Standpunkt des AIV. Derartige Vorschläge würden in erster Linie von einem weitgehenden Unverständnis gegenüber der Aufgabenstellung an die agierenden Planer zeugen, stellt Wagner fest. Diese sei fast immer geprägt von der Herausforderung, teilweise gegenläufigen Bedürfnissen und Interessen Rechnung zu tragen. „Ganz  besonders gilt das für den zukünftigen Freiheitsplatz, der eine besondere Stellung in der Abfolge von Plätzen in Hanau einnimmt,“ erinnert der AIV- Vorsitzende an die herausragende Bedeutung dieser Schnittstelle zwischen Hanauer Alt- und Neustadt.
In dieser besonderen Scharnierfunktion soll das Areal künftig nicht nur als busbetrieblich optimierter ZOB funktionieren, auch wenn die Nutzung des ÖPNV ebenso attraktiv wie effizient sein muss. „Die dringend erforderliche Aufenthaltsqualität des neuen Platzes hat jedoch einen mindestens ebenso großen Stellenwert.“
Wagner als Vorsitzender des AIV Hanau ist davon überzeugt, dass dies auch gelingen kann. „Dann darf aber das vorliegende Konzept nicht aus Partikularinteressen oder vermeintlichen Sachzwängen heraus „verwässert“ werden.“
Die bisherigen Anstrengungen aller in Hanau an diesem Projekt Beteiligten, hier diese vielfältigen Anforderungen „unter einen Hut“ zu bringen, können aus der Sicht des AIV „als vorbildlich und modellhaft auch für andere Kommunen bezeichnet werden“.
Wie eine nur einseitig auf infrastrukturelle Gesichtspunkte des Busverkehrs ausgerichtete Planung aussehen kann, ist nach den Worten von Ulrich Wagner in Wetzlar zu besichtigen. Der neue ZOB in Wetzlar sei zwar architektonisch durchaus anspruchsvoll, doch eine solche „große“ Lösung wäre für die Anforderungen des ZOB am Freiheitsplatz fatal gewesen, ist sich der Hanauer Architekt sicher. „Die feingliedrige und originelle Idee von „netzwerk architekten“ passt dagegen perfekt zu dem neuen zentralen Platz vor dem Forum Hanau.“
Selbst mit Blick auf den nachvollziehbaren Zwang der Stadt zu Einsparungen gibt der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) Hanau zu bedenken, dass eine aus Sparzwängen resultierende Umplanung des öffentlichen Platzes ein fatales Signal an HBB wäre. „Man würde dem Investor damit beste Argumente liefern, sich seinerseits ebenfalls von der bislang anspruchsvollen und in intensiven Abstimmungen erzielten Gestaltung des kommenden „Forum Hanau“ zu verabschieden und auf eine 08/15 Lösung auszuweichen. Dies kann niemand in Hanau anstreben!“ (Dipl. Ing Architekt Ulrich Wagner, Architekten- und Ingenieurverein Hanau)

 

 

© 2020 Verlag Günter Gottlieb - Alle Rechte vorbehalten