Rentner + Steuern: Finanzverwaltung über die Rentenbezüge informiert!

Infoveranstaltung im Ev. Gemeindehaus Nidderau-Ostheim
Nidderau - Im Gegensatz zum Arbeitslohn und zu den Kapitaleinkünften werden bei Renteneinkünften und auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, Selbstständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb keine Steuern bei der Auszahlung der Einnahmen einbehalten. Fallen erstmals Steuern an, sind diese nachzuzahlen und für die Folgejahre werden vom Finanzamt angemessene Vorauszahlungen festgesetzt.

Allen Rentnern die bisher bereits jährlich eine Einkommensteuererklärung abgeben mussten, ist dies längst bekannt. Das Problem liegt bei all den Rentnern die Steuern zahlen müssten, dies aber bisher nicht tun. Sie werden bei der Finanzverwaltung nicht mehr geführt, weil ihre Einkünfte früher bereits lohnversteuert waren und keine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung bestand oder die Finanzverwaltung über die tatsächlichen heutigen Einkünfte als „Altersruheständler“ nicht im Bilde ist. Na, wenn das bisher nicht aufgefallen ist, warum soll dies jetzt ein Problem sein? – Könnte man denken!

Wie aus der Tagespresse bekannt ist, wird die Finanzverwaltung zur Zeit über die Renteneinkünfte der Bürger informiert (Rentenbezugsmitteilung). Dies rückwirkend ab dem Jahr 2005. Die im vergangenen Jahr eingeführte Steueridentifikationsnummer ermöglicht nun den Datenabgleich. Seit 2005 wurde die Besteuerung der Alterseinkünfte grundlegend geändert. Waren zum Jahre 2004 nur etwa 10% der Rentnerhaushalte zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, so hat sich diese Zahl bis heute bereits verdoppelt. Neurentner in den Jahren 2006 – 2040 müssen jeweils mit einer höheren Besteuerung ihrer Einkünfte als die vorangegangenen Ruheständler rechnen.

Die Rentenbesteuerung ist kompliziert und reicht von der steuerfreien Hinterbliebenen- oder Unfallrenten bis zu voll versteuerten Werks- oder Beamtenpension. An Hand möglicher Plausibilisierungsmaßnahmen kann die Finanzverwaltung nun „höhere Einkommen“ erkennen und handeln. Über andere Einkunftsquellen, wie den Kapitaleinkünften und etwaige Sozialleistungen ist die Finanzverwaltung bereits informiert. Das Risiko für Rentner nun unbedarft in eine „Steuerfalle zu tappen“ ist groß. Vielleicht sind Steuerzahlungen bereits seit 2005 oder früher fällig und werden nun – überraschend – vom Fiskus nebst 6% Zinsen p.a. und einem etwaigen Bußgeld erhoben. Besonders betroffen sind natürlich Haushalte mit mehreren Renten und weiteren Einkünften wie aus Arbeitslohn, Vermietung oder Zinsen und Dividenden. Auch Berufstätige die zusätzlich noch eine Witwen- oder Witwerrentebeziehen, können hier zu den Betroffenen gehören.

Um hier Gewissheit zu erlangen ist den Betroffenen dringend ein SteuerCheck bei einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein zu empfehlen. Im Rahmen des SteuerChecks werden die steuerpflichtigen Einkünfte und der korrekte Besteuerungsanteil der Altersbezüge ermittelt. Gerade hier passieren – auch seitens der Finanzverwaltung – viele Fehler. Es gilt die Regel „Einmal falsch = Immer falsch“. Eine anfänglich bei der Besteuerung falsch eingestufte Rente wird erfahrungsgemäß auch in den Folgejahren falsch besteuert.

Aufgrund der Verunsicherung vieler Rentner zum Thema Steuern lädt der Lohnsteuerhilfeverein Hessen e.V. zu einer Infoveranstaltung für Altersruheständler am Montag den 26. Oktober 2009 im evangelischen Gemeindehaus in Nidderau-Ostheim ein. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, wegen der begrenzten Teilnehmerzahl jedoch eine telefonische Anmeldung (Tel. 06187 / 92 090) erforderlich. (Dieter P. Gonze, Steuerberater / Vorstandsvorsitzender Lohnsteuerhilfeverein Hessen e.V.)

 

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