Artenschutz und Erhaltung von Streuobst

jhv vorstand 840Der Vorstand des Landschaftspflegeverbandes mit dem Vorsitzenden Klaus Schejna (Bürgermeister von Rodenbach, vierter von links) und Geschäftsführerin Barbara Fiselius (zweite von rechts). - Foto: Landschaftspflegeverband MKK e.V. -

Steinau-Marjoß. Für die Jahreshauptversammlung hatte der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis (LPV) auch diesmal wieder einen besonderen Ort ausgewählt: Das Hofgut Marjoß – ein landwirtschaftlicher Betrieb, der als Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Trägerschaft des BWMK (Behindertenwerkes Main-Kinzig) geführt wird. So wurden die Verbandsmitglieder zunächst von Dietrich Hunsmann, Leiter des Hofgutes, durch den Betrieb geführt, bevor sie sich der Tagesordnung widmeten.

Über 40 behinderte Menschen arbeiten im Hofgut Marjoß in den Bereichen Kartoffelverarbeitung und ökologischer Landwirtschaft. Insgesamt wird eine Nutzfläche von 110 Hektar bewirtschaftet. „Die Produktionszweige wurden so gewählt, dass Menschen mit Beeinträchtigung einen möglichst hohen Anteil der anfallenden Arbeiten selbständig erledigen können – was gleichzeitig auch ein Art Therapie für sie darstellt“, erklärte Hunsmann.

Auf dem Hof tummeln sich neben rund 35 Mutterkühen mit Nachzucht auch 80 Gänse auf den Weiden und 880 Legehennen wandern über die Wiesen. Eine kleine Kaninchenhaltung schafft einen weiteren Arbeitsplatz und eine Herde von Thüringer-Waldziegen wird zur Landschaftspflege eingesetzt. Weiterhin wird eine Imkerei betrieben und neben zwei Eseln gibt es noch zwei Pferde, die zum therapeutischen Reiten eingesetzt werden.

Klaus Schejna, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes bedankte sich bei Dietrich Hunsmann  für die ausschlussreiche und interessante Führung und eröffnete im Anschluss die Jahreshauptversammlung.

Barbara Fiselius, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, gab einen Überblick über die Aktivitäten des letzten Jahres. Die Zertifizierungslehrgänge zum Landschaftsobstbauer werden nach wie vor sehr gut angenommen. Momentan laufen die siebte und achte Staffel in Gründau und Gelnhausen. Im Dezember geht es in die nächste Runde mit der neunten und zehnten Staffel, die in Schlüchtern-Ahlersbach und Gelnhausen-Hailer durchgeführt werden und für die es noch freie Plätze gibt. Weiterhin fanden ein Heckenkurs in Gelnhausen, Bauhofkurse in Rodenbach, Niederdorfelden, Großkrotzenburg und Sinntal und Kurse für die Streuobst-Arbeitskreise Nidderau und Maintal statt. Erstmals bot der LPV in Zusammenarbeit mit den beiden Umweltpädagoginnen Anika Hensel und Britta Hirt eine umweltpädagogische Fortbildung unter dem Motto „Streuobst erleben“ an, die an drei Wochenenden stattfand und mit einem Projekttag im Oktober abgeschlossen wird.

Fiselius berichtete, dass auch die Baumbestellungsaktion 2014 wieder sehr erfolgreich verlaufen ist: „Insgesamt wurden 1.145 Bäume abgegeben.“ Die Baumbestellung für dieses Jahr hat bereits begonnen.
Besonders erfolgreich war eine Pflanzaktion in Gründau, bei der die Jugendgruppe des Vogelschutzes Hailer-Meerholz mit Unterstützung der evangelischen Kirche und der Fraport AG Jungbäume vom Gartenbaubetrieb Sandmann, der seinen Betrieb eingestellt hatte, vor dem Schredder rettete. Die 60 Obstgehölze wurden auf einem Wiesenstück in der Gründauer Gemarkung eingepflanzt.

Zu den laufenden Projekten gehören im Moment das Iris sibirica Monitoring, gemeinsam mit Hessen Forst und der Unteren Naturschutzbehörde, die Weiterentwicklung eines Speierlingsnetzwerkes in Maintal  und die Einrichtung eines Beobachtungs- und Betreuungnetzes im Main-Kinzig-Kreis für den  Wendehals, ein Vogel der stark vor dem Aussterben bedroht ist und in der Nähe von Streuobstwiesen geeignete Lebensräume findet.

Der Landschaftspflegeverband beteiligte sich zudem an der Auftaktveranstaltung „Der Main-Kinzig-Kreis blüht“.

Ein besonderes Ereignis war kürzlich die Eröffnung des „SchaufensterSpessart“ im Schafhof in Burgjoss, wo auch die drei Verbände LPV, Naturpark Hessischer Spessart und SpessartRegional untergebracht sind und sich nun mit einer Art Informationszentrum präsentieren.

Barbara Fiselius berichtete, dass der Landschaftspflegeverband im Juni vergangenen Jahres die Geschäftsführung der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute übernommen hat und zweimal jährlich den Apfelbote mit Artikel und Werbeanzeigen für die Regionalschleife Main-Kinzig ausstattet.
Seit Anfang des Jahres wird der LPV von zwei weiteren Mitarbeiterinnen verstärkt: Maren Nowak aus Biebergemünd ist für Projektarbeit zuständig, während Cortina Jasper-Ortmann aus Wächtersbach die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat.

„Wir werden uns auch im kommenden Jahr wieder intensiv für den Artenschutz und für die Erhaltung und Entwicklung von Streuobst einsetzten“; schloss Vorsitzender Klaus Schejna die Versammlung. Bei einem leckeren, regionalen Essen – Tafelspitz mit Grüner Soße und Marjosser Kartoffeln – ließen die Streuobstfreunde den Abend ausklingen.

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