Fotospaziergang durchs alte Kesselstadt

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Kesselstadt - Was ist uns alles erspart geblieben! Anfang der 70er Jahre wollte der damalige Stadtbaurat Goß den alten Dorfkern von Kesselstadt platt machen. Die alten "hässlichen" Häuschen sollten einer breiten Hochgeschwindigkeitsstrasse weichen. Die ehemalige Kesselstädter Badeanstalt hatte der Mann schon von Baggern wegreissen lassen. Heute sind nicht nur die Kesselstädter stolz auf die schönen alten Häuser. Es ist ein Schmuckstück für die ganze Stadt und einen Spaziergang wert. Die Stadt Hanau wäre gut beraten auch hier einmal schön gestaltete Tafeln mit Informationen zur Ortsgeschichte und dem Werdegang der Gemeinde Kesselstadt aufzustellen. Wenn man Hanau für Besucher interessant darstellen möchte gehört Alt-Kesselstadt sicher dazu.

Es sind die Details der Häuser, die Vielfalt der Formen und Farben, die diesen Ort so angenehm machen. Stadtplaner sollten hier vor einer neuen Planung eine Meditationsphase einlegen. Die heute üblichen standartisierten Planungen, die ein Dutzend gleicher Einfamilienhäuser nebeneinandersetzen sind furchtbar. Auch in der Hanauer Altstadt hätte man durch Verzicht auf den Wiederaufbau der Wohnblocks in gleicher Art mehr Lebensqualität schaffen können. Es gibt dafür herausragende Beispiele wie die Freiburger Altstadt. Auch im Kriege zerstört, schon vor Jahren mit moderner, kleingliedriger Bebauung als wegweisendes Vorbild für eine urbane Neugestaltung gepriesen. Nicht in Hanau angekommen?

In Hanau entstehen Ruck-Zuck Wohnsiedlungen. An der Bruchköbeler Landstrasse, auf dem Gelände der ehemaligen Milchzentrale, auch die hier vielgelobte, zur Landesgartenschau erstellte Siedlung im Lamboy bietet ausser Wohnen und Supermarkt nichts. Keine haushaltsnahen Dienstleistungen, keine Eckkneipe, kein Kiosk sind hier zu finden. Zu wenig, wie ich anmerken möchte. Die Fehler, die beim Bau der "Trabantenstädte" in den 60er Jahren gemacht wurden werden noch heute gerne wiederholt.

Neue Konversionsfläche stehen in Zukunft an. Neue Gewerbegebiete und neue Wohngebiete werden entstehen. Hoffentlicht denkt man daran, keine städtbaulichen Monokulturen zu wiederholen. Monokulturen sind sehr anfällig, in Forst und Landwirtschaft für allerleih Schädlinge und Witterungseinflüsse, als Wohnort bestehen grosse Gefahren sich schlecht gelaunte Bürger heranzuziehen. In Alt-Kesselstadt wohnen die Menschen gerne, sind stolz auf ihre Häuser und zeigen dies auch. Dies macht uns allen Freude.

Nun dürfen Sie die Bilder von Alt-Kesselstadt angucken: 

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Text und Fotos: Günter Gottlieb

 

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