Das neue Museum Großauheim. Kunst und Industriegeschichte

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Kritik von Großauheimer Heimat- und Geschichtsverein
Hanau/Großauheim. Das Museum Großauheim öffnet am 11. Dezember 2011 auch in der Abteilung Industriegeschichte wieder seine Tore! Vom ehemaligen Badehaus über die beiden Hallen des Elektrizitätswerks bis zum Feuerwehrgebäude erwartet den Besucher ein neu eingerichtetes Museum mit erweiterter Ausstellungsfläche.

Das Museum Großauheim wurde 1983 im ehemaligen Badehaus und in zwei Hallen des früheren Elektrizitätswerks als Museum für regionale Volkskunde, Landwirtschaft und Industriegeschichte eingerichtet. Nach über 25 Jahren erfuhr das Museum Großauheim nun eine grundlegende Überarbeitung und inhaltliche Neuausrichtung. Im August 2010 konnte die Kunstabteilung mit Werken des Bildhauers August Gaul sowie des Großauheimer Künstlers August Peukert wieder eröffnet werden. •

Der zweite Bauabschnitt, die Abteilung Industriegeschichte, beinhaltet die Themen Landtechnik, Industrialisierung und Ortsgeschichte. Die Industrialisierung der Landwirtschaft wird an signifikanten Beispielen demonstriert. Der Wandel der Antriebskraft vom Mensch und Tier vorindustrieller Zeit hin zur Maschine wie der Lokomobile, dem Dampftraktor und dem Verbrennungsmotor, wie des in Großauheim gefertigten Bautz-Traktors, stehen im Mittelpunkt.

An den Wänden der einstigen Maschinenhalle des Elektrizitätswerkes von Großauheim wird auf Bild- und Texttafeln die Entwicklung der Energieerzeugung bis heute erläutert.

Neue Räume im ehemaligen Spritzenhaus, das unmittelbar an die Halle anschließt, sind hinzugekommen. Ergänzt wurde hier ein neuer Ausstellungsbereich zur Industriegeschichte der Region bis zum High Tech Standort Hanau.

Die historische Dokumentation der Hanauer Industriegeschichte, die logistischen Voraussetzungen für die Industrieansiedlung in Hanau (Eisenbahn, Mainhafen), die Frauenarbeit in Fabrik und Haushalt sowie historische Längsschnitte der Unternehmen Marienhütte Großauheim, BBC/ABB Großauheim, Pulverfabrik Wolfgang/Degussa, Heraeus und Dunlop sind Inhalte des ersten Abschnitts der neuen Abteilung.

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„Made in Hanau“ bildet die Schnittstelle und Überleitung in den zweiten Ausstellungsbereich, der die Entwicklungen und Veränderungen der Hanauer Unternehmen visualisiert. „Ressourceneffizienz“ und „Saubere Technologien“ sind Themenschwerpunkte der Dauerausstellung zur Gegenwart. Die neue Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit mehreren Hanauer Unternehmen entstand, stellt den Forschungs- und Entwicklungsstandort Hanau in den Mittelpunkt.

Insgesamt gesehen erhielt das Museum - auch in seinem zweiten Abschnitt - eine großzügige lichte architektonische Überarbeitung. Das neue Museum Großauheim bietet dem Besucher auf einer Ausstellungsfläche von rund 1300 Quadratmetern nun eine zeitgemäß gestaltete Präsentation und Infrastruktur. Ab dem 11.12.2011 kann das gesamte Erdgeschoss mit den Bereichen der Industriegeschichte einschließlich der Dauerausstellung August Gaul vom Hofbereich aus barrierefrei erkundet werden.

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Sonderausstellung
„August Gaul Skulpturen - gesehen von Ruth Marcus“ Darüber hinaus zeigt das Museum Großauheim vom 15.12.2011 bis 20.05.2012 in den neuen Räumen im ersten Obergeschoss der ehemaligen Feuerwehr die Sonderausstellung „August Gaul Skulpturen - gesehen von Ruth Marcus“.

Kritik an der Konzeption
Kritik gab es bereits nach dem Presserundgang durch die Vorsitzende des Großauheimer Heimat- und Geschichtsvereins von 1929, Kerstin Giesel. Es gäbe zu wenig Ausstellungsstücke aus dem Alltag der Großauheimer Bürger und Großauheim selbst ginge im Museum doch etwas unter.

Doch ein Heimatmuseum will das neue Großauheimer Museum wohl gar nicht sein. Die Konzeption zeigt eindeutig den Weg zu einem Industriemuseum für die ganze Stadt Hanau, an dem die Großauheimer Industriegeschichte einen gewichtigen Anteil hat.

Platz für Sonderausstellungen, die vielfältige Aspekte der Großauheimer Vergangenheit beleuchten können, ist nun ausreichend in den neu geschaffenen Räumen vorhanden. Sicher kann der Heimat- und Geschichtsverein dort seine Vorstellungen einfließen lassen.

Die Zeiten muffiger Heimatsammlungen, wie sie vielerorts noch existieren, sind in modernen Museen hoffentlich endgültig vorbei.

Geschichte wird von den Menschen gelebt, nicht von der Stadt verwaltet. Insofern wäre eine Beteiligung der Großauheimer an künftigen Ausstellungen sicher wünschenswert. Aber bitte mit interessanteren Dingen als alte Waschzuber, Butterstampfer und Krauthobel.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Politik gerade das Großauheimer Museum nicht vergisst und die Mittel für ausreichende Werbung, Infrastruktur wie Parkplätze und sinnvolle Erwerbungen, Erweiterungen und Ausstellungen bereitstellt. Im Moment hängt gerade dieses Thema wohl etwas in der Luft. Ein Museum muss auch bespielt werden können. Dafür ist schnöder Mammon notwendig, sonst sind die Investitionen für die Katz.

Museum Großauheim am Samstag geschlossen
Wegen der Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des zweiten Bauabschnitts im Museum Großauheim bleibt die Kunstabteilung August Gaul und August Peukert am kommenden Samstag, 10. Dezember, geschlossen.

 

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