164 Wohnungen im Kinzigheimer Weg sollen saniert werden

wa-kinzigheimer-weg-300Foto: Stadt Hanau - Hanau. Die Wohnsiedlung im Hafengebiet zwischen Annastraße und Kinzigheimer Weg bietet derzeit einen traurigen Anblick: Heruntergekommene Fassaden, Graffiti-Sprühereien und ein verwahrlostes Außengelände wirken wenig einladend. Im Inneren ist der Zustand der Gebäude sogar noch drastischer. Nur rund 30 Mietparteien harren derzeit noch in den13 Mehrfamilienhäusern aus. Der Rest der Wohnungen steht leer. Seit dem Verkauf der Siedlung durch die Baugesellschaft im Jahr 2009 hat das Areal mehrfach Besitzer gewechselt. Bis zum Sommer 2013 wurden die Häuser schließlich von einem Rechtsanwalt zwangsverwaltet.


Doch jetzt besteht Hoffnung, dass das 1,9 Hektar große Wohngebiet mit seinen insgesamt 164 Wohnungen in absehbarer Zeit wieder als attraktiver Wohnstandort aufleben wird. Ende 2013 hat die Firma Süd-Ost Invest GmbH des Hanauer Immobilienkaufmanns Steffen Grunwald das Areal gekauft. Er plant die unter Denkmalschutz stehende Anlage, die um 1930 erbaut wurde, komplett zu sanieren und modernen Wohnstandards anzupassen. Im Anschluss sollen die Wohnungen als Miet- und Kaufobjekte auf den Markt kommen. Zusätzlich zum Kaufpreis will die Firma rund acht Millionen Euro in das Projekt an der Annastraße investieren. Voraussetzung ist – nach Aussagen von Grunwald - jedoch die Ausweisung des Geländes als förmliches Sanierungsgebiet. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau fasste entsprechend am 27. Januar 2014 den Beschluss für die vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet.
Bei einem Arbeitstermin im Hanauer Rathaus unterrichtete Grunwald Oberbürgermeister Claus Kaminsky über den Stand der Entwicklung. „Die vorbereitenden Untersuchungen zur Festlegung eines förmlichen Sanierungsgebiets laufen auf Hochtouren.“ Ein Vorentwurf läge bereits dem Stadtplanungsamt vor. „Wir hoffen zeitnah eine Rückmeldung zu erhalten“, berichtete der Investor. Die Modernisierung der Gebäude, die seit ihrer Errichtung in den 1930er Jahren keine umfassende Sanierung erfahren hätten, erfordere hohe Aufwendungen für einen Umbau im Bestand; dies gelte insbesondere für die Belange des Denkmalschutzes. Langfristig plane man die Häuser komplett zu sanieren und im Rahmen der Arbeiten die Verbesserung des Brandschutzes, des Schallschutzes, des Wärmeschutzes, der Energietechnik, der Gebäudetechnik, der Erschließung und der energetische Standards vorzunehmen. „Eine besondere Rolle spielen dabei die Themen Belichtung, Besonnung und Belüftung sowie die Beseitigung von Feuchteschäden in Kellern, an Fassaden und in Nassräumen“, erläuterte Grunwald weiter. Auch das Heizungssystem, das Leitungssystem für Frischwasser, die Abwasserleitungen und die Hauselektrik seien von Grund auf zu erneuern. „Die Gebäude sollen zumindest teilweise eine barrierefreie Erschließung für einzelne Wohnungen bekommen“, fuhr Grunwald fort. Die Freiflächen um die Gebäude wolle er gerne für private Nutzungen  neu strukturieren. „Unter anderem wären Terrassen und kleine Gartenparzellen für die Erdgeschosswohnungen wünschenswert.“
Kaminsky begrüßte die Pläne von Süd-Ost Invest für die Sanierung der Wohnsiedlung in der Annastraße. „Es ist wichtig, dass wir in Hanau bezahlbare Wohnraumangebote in Innenstadtnähe schaffen.“ Hanau sei ein attraktiver Wohnstandort mit ausgezeichneter Infrastruktur. In den vergangenen Jahren sei es vor allem durch die Konversion der ehemaligen Militärgebiete gelungen ein breites Spektrum an Wohnangeboten zu schaffen und mehr als 4000 Neubürgerinnen und Neubürger nach Hanau zu holen. „Doch auch im Stadtgebiet gibt es noch zahlreiche Schätze zu heben, die die Möglichkeit bieten das Wohnraumangebot qualitativ und quantitativ zu verbessern.“ Die neuen Wohnquartiere am Kinzigbogen und auf dem ehemaligen Bepo-Gelände und auch die Siedlung an der Annastraße seien hierfür sehr gute Beispiele, führte der OB aus. „Es freut mich, dass Sie als Investor dieses Potenzial ebenfalls sehen und bereit sind in Hanau zu investieren.
Die Wohnsiedlung Annastraße ist einer von drei Teilbereichen am Kinzigheimer Weg, für die die Stadtverordneten der Stadt Hanau am 27. Januar 2014 zur Klärung der Festlegungsvoraussetzungen für die Durchführung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme den Beginn vorbereitender Untersuchungen beschlossen haben. Langfristig ist geplant unter dem Oberbegriff „Kinzigheimer Weg“ drei Areale mit einer Fläche von rund 8.6 Hektar zum Sanierungsgebiet zu erklären. Die vorgezogenen vorbereitenden Untersuchungen für die Teilfläche Wohnsiedlung Annastraße beziehen sich auf ein Gebiet von ca. 1,9 Hektar. Die übrigen Teilbereiche des geplanten Sanierungsgebiets Kinzigheimer Weg sind die Hafentorbebauung sowie der Bereich zwischen Unterweg und der Straße „Am Krawallgraben“.
Für den Teilbereich Wohnsiedlung Annastraße wird der Beginn vorbereitender Untersuchungen in einer isolierten Betrachtung vorgezogen, da aufgrund einer ersten Grobeinschätzung bereits zu erkennen ist, dass hier dringender Handlungsbedarf aufgrund offensichtlich vorhandener baulicher Missstände und Leerstand besteht. (pshu)

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