Neue Gedenksteine für Opfer der Bombennacht am 19. März 1945

Stadt erfüllt den Wunsch nach Einzelgräberkennzeichnung auf dem Hauptfriedhof
Hanau - 908 Gedenksteine werden in den nächsten Wochen auf dem Hanauer Hauptfriedhof neu an jenen Stellen angebracht, wo bis zum vergangenen Jahr Bronzetafeln an die Opfer der verheerenden Bombennacht am 19. März 1945 erinnert hatten. Damit erfüllt die Stadt Hanau die Bitte einiger Bürgerinnen und Bürger, die auch nach der Umgestaltung des Gräberfeldes eine Einzelgrabkennzeichnung wünschten, um ihrer Angehörigen zu gedenken.

Die ursprünglichen Tafeln waren im Zuge eines Projektes, dass die Friedhofsverwaltung mit der Eugen-Kaiser-Schule im vergangenen Jahr durchgeführt hatte, von ihren verwitterten Sockeln aus Tuffsandstein auf dem Gräberfeld entfernt und auf drei zentralen Gedenkkreuzen neu befestigt worden. Das Projekt der Schüler, das in weiten Teilen der Bevölkerung und der Politik viel Lob für deren ehrenamtliches Engagement erntete, stieß bei einigen Angehörigen auf Widerspruch.

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Nachdem sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky persönlich in die Diskussion eingeschaltet und die Argumente aller gegeneinander abgewogen hatte, konnte gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der Kompromiss gefunden werden, der jetzt während der kommenden Sommermonate realisiert wird. Alle der ehemals 908 Tafeln werden von namentlich gekennzeichneten Gedenksteinen, die eigens aus einem besonders harten in China abgebautem Sandstein gefertigt wurden, ersetzt. Das zentrale Mahnmal aus den drei, von den Schülerinnen und Schülern sorgsam erstellten Kreuzen, die alle bisherigen Bronzetafeln vereinen, bleibt in dieser Form erhalten.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist überzeugt, dass mit dieser Lösung die Wünsche aller Beteiligten berücksichtigt werden konnten. Die Arbeiten, die jetzt mit der Anlieferung der neuen Gedenksteine begonnen haben, werden nach seinen Worten etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Dabei wies der Kämmerer auch darauf hin, dass die Kosten für diese erneute Einzelgräberkennzeichnung vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernommen werden und damit nicht die Stadtkasse belasten. (PSHU)

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