Glenz-Skulptur bekommt neuen Platz im Schlossgarten

Hanau. "Noch in diesem Jahr, passend zum Jubiläum 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, könnten die sechs Schwäne und ihre Schwester im Schlossgartenweiher am Congress Park Hanau einen neuen Standort finden," kündigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky dieser Tage an, als Susanne Voss, die Tochter des Bildhauers Albrecht Glenz (1907 - 1990), zu einem Gespräch in seinem Dienstzimmer im Rathaus gekommen war. Die in Rödermark lebende Gold- und Silberschmiedin informierte sich bei dieser Gelegenheit über die geplanten Kunst- und Kulturprojekte, die im Rahmen des Hanauer Stadtumbaus bis 2016 in der Innenstadt realisiert werden sollen.

Die überlebensgroße Bronzeskulptur von Albrecht Glenz, die das bekannte Grimm-Märchen thematisiert, stand bis Ende letzten Jahres an der Hammerstraße und wurde wegen notwendiger Busumleitungen und der anstehenden Abrissarbeiten am Karstadtkomplex demontiert; sie lagert derzeit sicher im Bauhof der Stadt Hanau. In der im Januar von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig bei 2 Enthaltungen verabschiedeten Vorlage des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerservice "Kunst und Kultur im öffentlichen Raum" wurde deshalb auch ein neuer Standort für das in den 1980er Jahren entstandene Werk "Die sechs Schwäne und ihre Schwester" vorgeschlagen.

Den vorgesehenen Platz findet die Tochter des Bildhauers ganz im Sinne ihres Vaters: "Es war ihm immer ein Herzensanliegen, die Vögel im Grünen am Wasser zu sehen. Die Familie Glenz freut sich sehr über diese Entscheidung!"

Als Ausdruck des Wohlwollens und der Zustimmung zu Gunsten des neuen Standorts in der Altstadt überreichte Susanne Voss dem Hanauer OB Fotoaufnahmen aus der Hand von Albrecht Glenz, die die Schwäne-Skulptur in Gips geformt, im Modell und im Fertigungsprozess bei der Gießerei Rincker zeigen.

Zudem schenkte sie der Stadt Kopien von Kopfstudien ihres Vaters von Rudolf Hagelstange, der ebenfalls lange in Hanau lebte und dieses Jahr seinen 100. Geburtstag hätte feiern können. Eine Büste von Albrecht Glenz´ Schriftstellerfreund Hagelstange, die zuletzt im Garten von Pauli Schmorell an der Hochstädter Landstraße stand und derzeit im Museumsdepot lagert, soll in der neuen Stadtbibliothek auf dem Freiheitsplatz einen Ehrenplatz erhalten. "Damit rücken wir zwei bemerkenswerte Arbeiten von Albrecht Glenz wieder direkt in den Blick der Öffentlichkeit", so Claus Kaminsky. (pshu)

© 2020 Verlag Günter Gottlieb - Alle Rechte vorbehalten