Baumbestattungen in Hanau möglich

Hanau - Der Eigenbetrieb Hanau Grünflächen nimmt auf den verstärkten Trend so genannter naturnaher Bestattungen Rücksicht und bietet Baumgräber zunächst auf dem Hauptfriedhof und später auf dem Großauheimer Waldfriedhof an. Gerd Falkenberg, Verwaltungsleiter der Hanauer Friedhöfe, sieht darin einen "Beitrag zur modernen Friedhofskultur".

Was ist unter einer naturnahen Bestattung zu verstehen? Auf Wunsch kann die Urne eines Verstorbenen am Fuße eines Baumes eingegraben werden, den er zu Lebzeiten oder später seine Angehörigen ausgesucht haben. Diese Bestattungsform ist im Baumkreis von anderthalb Meter Radius möglich. Die Friedhofsverwaltung teilt diese Kreisscheibe - je nach Baumgröße - in gleich große Segmente ein, so dass jeweils vier oder sechs Urnen beigesetzt werden können.

Die Namen der Verstorbenen werden auf einem Findling am Fuß des Baumes verzeichnet. Bewusst will Falkenberg auf einen Industrie-Grabstein verzichten, um den naturnahen Charakter der Grabstätte zu wahren.

Aus diesem Grund wird auch der gesamte Hain Natur belassen als extensive Blumenwiese, die nur zweimal jährlich gemäht wird. Eine Ausnahme stellen die Wege zu den Urnen dar, dort wird das Gras häufiger gekürzt.

Die naturnahe Bestattung birgt aus der Sicht Falkenbergs weitere Vorteile für die Angehörigen wie für die Friedhofsverwaltung: "Die Hinterbliebenen können durch diese Bestattungsweise Kosten sparen, indem große Aufbauten wie bei klassischen Gräbern wegfallen. Und wir wirken dem Trend zur anonymen Bestattung entgegen, der andernorts Friedhöfe zu deformieren droht."

Die von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedete neue Gebührenordnung für die Hanauer Friedhöfe besagt, dass ein Baumgrab 45 Euro im Jahr kostet. Bei 20-jährigem Belegungsrecht macht das summa summarum 900 Euro.

Die naturnahe Bestattung auf Hanaus Friedhöfen greift die Idee des so genannten FriedWalds auf. Im nordhessischen Reinhardswald und in der Nähe des südhessischen Michelstadt gibt es seit einigen Jahren bereits die Möglichkeit, die Asche eines Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne in einem Waldstück beizusetzen. Dieses Konzept hat eine Schweizer Firma entwickelt und sich patentieren lassen. In Deutschland gibt es derzeit elf solcher Wälder, der erste in der Eifel ist bereits belegt. Rund 3000 Menschen haben sich bisher in deutschen FriedWäldern bestatten lassen.

Bestattungen außerhalb eingefriedeter Friedhofsflächen sind jedoch rechtlich umstritten.

Falkenberg weiß von 15 Urnen Hanauer Bürger, die allein im ersten Halbjahr 2005 in einem FriedWald andernorts beigesetzt wurden. Den Angehörigen den Weg nach Michelstadt oder gar in den Reinhardswald zu ersparen, ist ein weiterer Grund für die naturnahen Bestattungen, die fortan in Hanau möglich sind. (PS Eigenbetrieb Grünflächen)

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