Elektronischer Reisepass wird ab November ausgegeben

OB Kaminsky: Alte Pässe bleiben bis zum vorgegebenen Ablaufdatum gültig
Hanau - Die Vorbereitungen im Hanauer Stadtladen laufen auf vollen Touren: Ab Dienstag, 1. November, wird der elektronische Reisepass, der sogenannte ePass, bundesweit eingeführt. Mit der Einführung dieser Pässe setzt Deutschland eine internationale Vereinbarung um, mit der durch die Aufnahme von biometrischen Daten in die Reisedokumente die Sicherheit im Reiseverkehr erhöht wird, so erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Dabei betont er, dass sich bei der Beantragung von Pässen nur wenig ändern wird und legt besonderen Wert auf die Feststellung: "Niemand muss seinen alten Pass umtauschen, dieser bleibt bis zum normalen Ablauf gültig."

Der ePass bringt viel Neuss mit sich: Auf einem Speicherchip im Vorderdeckel des Dokumentes wird neben den üblichen Passdaten zunächst auch eine digitale Version des Passbildes abgelegt. Ab März 2007 werden auf dem Chip auch die Fingerabdrücke des rechten und linken Zeigefingers als digitale Bilder abgelegt.

Dies bedeutet, auch darauf weist der OB ausdrücklich hin, dass ab November besonders an die Passbilder neue Anforderungen gestellt werden. Die Vorgaben, wie die neuen Passbilder auszusehen haben, stammen von der Zivilen Luftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organisation). Danach ist insbesondere die seitliche Ansicht im Halbprofil nicht mehr erlaubt. Die betreffende Person muss frontal und mit möglichst neutralen Gesichtsausdruck aufgenommen sein. Genaue Beschreibungen und eine Fotomustertafel können interessierte Bürgerinnen und Bürger im Internet unter www.bundesdruckerei.de/de/behoerde/epass/ erhalten.

Der neue ePass hat allerdings auch seinen Preis: Statt bisher 26 Euro sind ab 1. November 59 Euro zu zahlen. Personen die noch nicht 26 Jahre alt sind zahlen ab November 37,50 Euro statt jetzt noch 13 Euro. Für einen ePass im Expressverfahren (Ausstellung innerhalb von drei Werktagen) erhöhen sich die Kosten jeweils um 27 Euro und für einen 48-Seiten-Pass (anstelle 32 Seiten) um 22 Euro.

Der Stadtladen weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass wegen der Umstellungsarbeiten bei der Bundesdruckerei von 1.bis 4. November keine Beantragung von Express-Reisepässen möglich ist.

Wichtig für den OB ist der Hinweis, dass niemand seinen alten Pass umtauschen muss, dieser bleibt bis zum normalen Ablauf gültig. Wer bis 31. Oktober einen Reisepass beantragt, bekommt noch den "alten" Reisepass ohne Chip. Dieser behält ebenfalls bis zum vorgesehenen Ablaufdatum (fünf oder zehn Jahre) seine Gültigkeit – ohne Einschränkung.

Besondere Hinweise hat Kaminsky auch zum Thema Kinderausweis oder Kinderreisepass: Ab 1. November ist für die Ausstellung eines Kinderreisepasses für Kinder bis 16 Jahren ein Lichtbild nach der neuen Fotomustertafel zwingend erforderlich. Bislang war die Ausstellung eines Kinderreisepasses mit Lichtbild für ein Kind unter 10 Jahren freigestellt. Unabhängig vom Alter des Kindes ist also eine Ausstellung eines Kinderreisepasses ohne Lichtbild ab November nicht mehr zulässig.

Die Kinderausweise (grün) nach altem Muster dürfen nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres ausgestellt beziehungsweise verlängert werden. Ab Januar 2006 wird nur noch der Kinderreisepass ausgestellt.

Besonderheiten haben Reisende in die USA zu beachten. Für die visumfreie Einreise in die USA wird von allen Reisenden – auch für Babys und Kinder – ein maschinenlesbarer Reisepass benötigt, der mindestens für die Dauer des geplanten Aufenthaltes gültig sein muss. Ab Mittwoch, 26. Oktober, müssen diese Reisepässe über ein digitales Lichtbild verfügen. Bei einem Digitalfoto handelt es sich um ein Foto das auf das Blatt aufgedruckt und nicht in den Reisepass eingeklebt oder einlaminiert ist. Der bordeauxfarbene maschinenlesbare deutsche Reisepass (Europapass) mit und ohne Chip, der fälschungssichere maschinenlesbare vorläufige Reisepass und der fälschungssichere maschinenlesbare deutsche Kinderreisepass erfüllen dieses Kriterium bereits und berechtigen weiterhin bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit zur visafreien Einreise in die USA im Rahmen des US-Visa Waiver Programmes. Reisepässe, die nach dem 25. Oktober 2006 ausgestellt werden, müssen zusätzlich über biometrische Daten in Chipform verfügen (sogenannter ePass); aber diese Vorgabe erfüllen die deutschen Reisepässe dann schon länger...

Weitere Informationen zur Einführung des ePasses können im Stadtladen zu den üblichen Öffnungszeiten oder unter der Telefonnummer 2958135 abgefragt werden oder auf der Internetseite des Bundesministeriums des Innern unter www.bmi.bund.de. Informationen zum Thema "Einreise in die USA" erhalten Interessierte zusätzlich unter www.auswaertiges-amt.de (dort unter "Länder- und Reiseinformation") oder über die amerikanische Botschaft in Berlin im Internet unter www.us-botschaft.de/germany-ger/visa/vwinfo.html.

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