„Staatliches Schulamt in Hanau muss bleiben!“

OB und Schuldezernent wehren sich gegen Verlegung nach Fulda
Hanau. "Das Hanauer Schulamt aufzulösen und nach Fulda zu verlegen ist unzumutbar für Eltern und Lehrer und würde die Situation auch für den Schulträger deutlich erschweren!" sind sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold einig. Anlass für die Kritik sind die Sparpläne des Hessischen Kultusministeriums für die Schulverwaltung, die jüngst in den Medien bekannt wurden.

So soll es landesweit künftig nur noch sechs statt 15 Staatliche Schulämter geben, die jeweils für rund 300 Schulen und 120.000 bis 150.000 Schüler zuständig wären. Zu den Schulämtern, die den Kürzungen zum Opfer fallen sollen, zählen - neben Bebra, Friedberg, Fritzlar, Heppenheim, Marburg, Offenbach, Rüsselsheim und Weilburg - auch das Staatliche Schulamt in Hanau. Zukünftig soll das Schulamt im 90 Kilometer entfernten Fulda für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis zuständig sein. Derzeit werden von Hanau aus von rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 150 Schulen und 3.500 Lehrkräfte betreut.

"Es ist realitätsfremd zu erwarten, dass Vertreter von Schulen, Elternschaft und städtischen Schulamt ständig die 90 Kilometer nach Fulda pendeln", ärgert sich Piesold. Selbst das Kultusministerium in Wiesbaden 30 Kilometer näher an Hanau als das zukünftige Schulverwaltungsamt. "Das würde die Arbeit aller Beteiligten unnötig erschweren und ist schlicht unpraktikabel." Die staatlichen und städtischen Schulverwaltungsämter hätten regelmäßige gemeinsame Termine, wie Inklusionsbeirat und die AG Sicherheit und Schule, wahrzunehmen, die dann nicht mehr stattfinden könnten, so der Schuldezernent. "Wir brauchen unbedingt ein Schulamt in Hanau!" Die Entscheidung für Fulda sei beim Kultusministerium in Wiesbaden vom Schreibtisch aus getroffen worden, ohne die wirtschaftsgeografische und demografische Entwicklung in der Region zu berücksichtigen, bemängeln Kaminsky und Piesold. "Die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf dem Land nimmt ständig ab und die in der Stadt dafür zu. Dieser Aspekt für den Ballungsraum der Metropolregion Rhein-Main wichtige Aspekt wurde nicht berücksichtigt."

Das Einsparpotential dieser Maßnahme sei nicht ersichtlich, da die Zahl der Arbeitsplätze beim staatlichen Schulamt ja bekanntermaßen erhalten bleibe und als Resultat lediglich, die Schulamtsmitarbeiter aus Hanau drastisch längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssten, stellten die Dezernenten fest. (pshu)

 

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