Schilder erinnern an historische Lamboybrücke

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Anregung von Dr. Meise wurde in die Tat umgesetzt
Am Samstag "Lambewald" auf der Lichtung in der Bulau

Hanau - Schilder auf beiden Seiten der Brücke am Licht und Luftbad wurden von Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters enthüllt. Mit von der feierlichen Partie waren Hans Heimerl, Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer Lamboy und Tümpelgarten, Martin Hoppe, Vorsitzender des Hanauer Geschichtsverein, sowie Vertreter der Märtesweinvereinigung. Die beiden Schilder tragen die Bezeichnung "Lamboybrücke" auf braunem Grund und stehen an der Rad- und Fußgängerunterführung vom Licht- und Luftbad Richtung Bulau und umgekehrt.

Die Anregung zur Erinnerung an die historische Lamboybrücke kam von dem Ehrenvorsitzenden des Hanauer Geschichtsvereins, Dr. Eckard Meise. Er war erfreut, dass die Enthüllung rechtzeitig vor der Feier des traditionellen "Lambewalds" am Nachmittag des 13. Juni stattfinden konnte.

Die Hanauer Märtesweinvereinigung wird diese Veranstaltung auch heuer wieder in der Lichtung in der Bulau hinter der Brücke ausrichten. Es wird in diesem Jahr auch ein Appetithappen für das städtische Lamboyfest, welches aus Rücksicht auf den Hessentag erst von 19. bis 21. Juni in der Altstadt der Brüder-Grimm-Stadt gefeiert wird.

Stadtrat Dr. Piesold erfuhr von Dr. Meise auch viel Interessantes über die Bedeutung der "Lamboybrücke". So sollte die Belagerung 1635/36 nach seinen Worten besser Blockade genannt werden. Die Kaiserliche Armee unter General Lamboy versuchte, die Festung Hanau von jedweder Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneiden und so zur Kapitulation zu zwingen.

Den Blockadering bildete im wesentlichen der Kinzigbogen: die kaiserlichen Schanzen lagen am rechten Kinzigufer und am Mainufer. Den Anschluss an den Blockadering brachten über den Main die Furt (Basaltschwelle) bei Kesselstadt und eine Bücke bei Steinheim.

Wo die Kinzig nach Osten abbiegt wurde eine Brücke geschlagen, von dort aus setzten das sogenannte "Rohr" und die Landwehr den Blockadering zum Main fort. Diese Brücke blieb bis 1636 stehen. Man nannte sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts die "Lamboybrücke".

Das Bauwerk hatte das Wegenetz östlich Hanaus verändert. Fuhrwerke durften diese Brücke nicht benutzen, denn so hätten sie das auf der steinernen Kinzigbrücke kassierte "Große Wegegeld" umgangen. Es war also eine von Fußgängern, amtlichen Fahrzeugen und vielleicht auch von Schweine- oder Kuhherden genutzte Brücke. "Doch sicher werden auch manche Fahrzeuge sie unerlaubt und illegal passiert haben..." so Dr. Meise.

Das Wort "Lamboybrücke" war in Hanau fest eingeführt wie zahlreiche Quellen belegen. Der Wald bei der Brücke hieß in der amtlichen Sprache der Lamboybrückenwald oder mundartlich kurz "Lambewald".

Und dann hatte der Historiker eine Überraschung nicht nur für den Stadtrat: Das Hanauer Traditionsfest im Wald erhielt seinen Namen von dem "Lamboybrückenwald", war eigentlich das "Lamboybrückenwaldfest" - ist also nur indirekt nach dem kaiserlichen General benannt worden! (pshu)

Einen Lageplan des Lambewald-Festes finden sie im Termin in unserem Veranstaltungskalender.

 

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