„Kasernenviertel Lamboy“ ist komplett verkauft

kaserne-lamboy-300Die Akteuere nach der Vertragsunterzeichnung (von links): Klaus Armbrecht und Claus Niebelschütz (beide BImA), Stadtentwickler Martin Bieberle, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Martin Berg (BWMK), Architekt Christoph Rack, Investor Ernst Hain und Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Foto: Stadt Hanau Hanau. Es ist vollbracht. Mit der Vertragsunterzeichnung für den Verkauf des Gebäudes 903  in der Lamboystraße 50 an den Gelnhäuser Investor Ernst Hain hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nunmehr das letzte ihrer zahlreichen Gebäude in der denkmalgeschützten Gesamtanlage "Kasernenviertel Lamboy" veräußert. In der einstigen Zahnklinik der Amerikaner wird das Behindertenwerk Main-Kinzig (BWMK) ab Spätsommer 2013 eine inklusive Schule betreiben. "Drei Monate von der Ausschreibung zum Verkauf, das ist rekordverdächtig", beschreibt Oberbürgermeister Claus Kaminsky die "nicht nachlassende  Dynamik" in der Konversionsentwicklung in Hanau.

"Die Überführung der Liegenschaft in eine zivile Folgenutzung setzt  einen - auch historisch einzuordnenden - Schlusspunkt hinter die 1891 mit dem Bau der Ulanenkaserne begonnene Entwicklung des heutigen Stadtteils Lamboy", betont der Verkaufsteamleiter der BImA, Klaus Armbrecht. Das Gebäude stelle aber auch ein Symbol für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der BImA dar. In der Nähe des Technischen Rathauses gelegen, wurde es seit 2008 gemeinsam als Aufbewahrungsort für die von den Amerikanern übernommenen Grundstücks- und Gebäudepläne für sämtliche Hanauer Konversionsliegenschaften genutzt. Die Unterlagen standen so nicht nur der BImA, sondern jederzeit auch der Stadt zur Verfügung und werden von der Stadt kontinuierlich digitalisiert. Dieses Archiv bleibt auch nach dem Besitzerwechsel in einem Teil des Untergeschosses bestehen.

In den Räumen über der stillen Welt der Akten wird sich zum Schuljahresbeginn 2013/2014 das pralle Leben breit machen, wenn das Behindertenwerk Main-Kinzig als Mieterin der Liegenschaft seine inklusive Schule eröffnet. "Mit ihr wird die Hanauer Schullandschaft noch vielfältiger", sagt Schuldezernent Axel Weiss-Thiel. "Eltern von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung können wir dann in unserer Stadt ein Angebot an verschiedenen Schulformen unterbreiten, das im weiten Umkreis seinesgleichen sucht."

"Das ist für uns ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Zukunft", freut sich Martin Berg, Vorstandsvorsitzender des BWMK über den Erwerb des Gebäudes in der Lamboystraße/Ecke Chemnitzer Straße.
"Kinder mit und ohne Behinderung sollen dort Raum bekommen, um sich zu entfalten und voneinander zu lernen", unterstrich Berg. Schwerpunkte des pädagogischen Konzepts der Sophie-Scholl-Schule Hanau in freier Trägerschaft des BWMK mit altersübergreifendem Unterricht und Ganztagsangebot. Zurzeit werde die Genehmigung beim Schulamt vorbereitet. In einer Veranstaltung nach den Sommerferien werden Eltern und Interessierte über den Ablauf der Anmeldung, das Schulgeld und weitere Sachfragen informiert.

Für den Investor Ernst Hain ist es "eine Herzensangelegenheit", dass in seinem  neuen Eigentum "eine Stätte der Bildung, der Kommunikation, und  des Miteinanders für Menschen unterschiedlicher Bedürfnisse und Begabungen" entstehen wird. Der Unternehmer aus Gelnhausen pflegt bereits seit vielen Jahren  geschäftliche Beziehungen zum Behindertenwerk und unterstützt Projekte, "die die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe behinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener am gesellschaftlichen Leben fördern". Die künftige Schule steht auf einem knapp 4700 Quadratmeter großen Grundstück und gehörte einst zur ehemaligen Francoiskaserne. Diese wurde bereits  in den 90er Jahren verkauft und saniert. Das Haus 903 verblieb bis Ende 2008 im Besitz der US-Streitkräfte. Als Kasino errichtet wurde es später von den Amerikanern als Zahnklinik und dann als Verwaltungsgebäude genutzt. (pshu)

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