Immobilienmarktbericht 2012 der Stadt Hanau veröffentlicht

Hanau. Die Konversion  der ehemaligen Militärflächen der US-Armee geht weiter zügig voran und auch die Neubaugebiete in den Stadtteilen erfreuen sich großer Beliebtheit. Das geht deutlich aus dem neuen Immobilienmarktbericht 2012 der Stadt Hanau hervor, den Hanaus Wirtschafts- und Baudezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold jetzt präsentierte. "Nachdem der Bereich der New Argonner Kaserne und der historische Teil der Hutier-Kaserne planungsrechtlich neu gestaltet wurde, ist die Umsetzung in vielen Bereichen bereits abgeschlossen. Die Renovierungsarbeiten im Argonnerpark sind weit fortgeschritten und nähern sich dem Ende und auf der Hutier-Kaserne sind die ersten beiden Gebäude komplett saniert", so Piesold. Auch die Baugrundstücke der Neubaugebiete Reitweg in Klein-Auheim und Mittelbuchen West seien fast alle verkauft während die Eigentumswohnungen im Tümpelgartengebiet sich reger Nachfrage erfreuten, ergänzte er.

Das sehr hohe Niveau des Jahres 2010 konnte nicht ganz gehalten werden. Mit 929 Kaufverträgen - im Vergleich zu 977  im Jahr 2010 - sei ein kleiner Rückgang um fünf Prozent zu verzeichnen. "Doch nach dem Tiefpunkt im Jahre 2006 mit 530 Verkaufsfällen geht die allgemeine Entwicklung dennoch weiter bergauf", so Piesold. "Besonders im Wohn- und Teileigentumsmarkt wurden im letzten Jahr Spitzenwerte in der Anzahl der Verkäufe sowie beim Geld- und Flächenumsatz erreicht."
Der Immobilienmarktbericht 2012 ist das Ergebnis statistischer Auswertungen aller Verkäufe von Immobilien im Stadtgebiet von Hanau und zeigt die Entwicklung des Hanauer Grundstücksmarktes der letzten Jahre bis zu Ende des Jahres 2011 auf. Der Bericht wird von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erstellt. Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte ist ein unabhängiges und selbständiges Gremium, das sich aus ehrenamtlichen Sachverständigen für Grundstücksbewertung zusammensetzt. Die Datengrundlage bilden die Kaufverträge, welche bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses eingehen und in der Kaufpreissammlung erfasst wurden. Banken, Steuerbüros und Sachverständige können im Immobilienmarktbericht 2012 wertrelevante Daten wie Liegenschaftszinssätze der Stadt Hanau und des Landes Hessen sowie Rohertragswert-, Sachwert- und Vergleichswertfaktoren des Landes Hessen entnehmen.

 

Inhaltliche Zusammenfassung des Immobilienmarktberichts 2012:
Auf dem Immobilienmarkt Hanau im Jahr 2011 ist insgesamt ein leichter Rückgang festzustellen: Es wurden weniger Immobilien als im Vorjahr veräußert und damit auch weniger Fläche und Geld umgesetzt. Im Trend der letzten Jahre ist aber weiterhin eine Steigerung sichtbar.
Betrachtete man die einzelnen Teilmärkte, so ist zu erkennen, dass insbesondere bei den unbebauten und den bebauten Immobilien leichte Verluste zu verzeichnen waren. Dagegen hat der Wohn- und Teileigentumsmarkt - sowohl bei der Anzahl der Verkäufe als auch beim Geld- und Flächenumsatz - besser als im Vorjahr abgeschnitten.
Im Teilmarkt für unbebaute Grundstücke hat sich die Anzahl der Kaufverträge in 2011 gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent verringert. Betrachtet man aber die Verkäufe der unbebauten Grundstücke der letzten 10 Jahre, so ist eine stete Steigerung der Verkaufszahlen erkennbar.
Unbebaute Grundstücke wurden vorwiegend in der Gemarkung Klein-Auheim veräußert, insbesondere im Baugebiet "Reitweg". Sehr viele Verkäufe gab es auch weiterhin in der Gemarkung Wolfgang im Gebiet "In den Tannen" (Argonnerpark) sowie im Gebiet  "Mittelbuchen West".
Für erschließungsbeitragsfreie Wohnbaugrundstücke in guter Lage mit einer Flächengröße zwischen 200 und 700 Quadratmetern wurden im Jahr 2011 im Durchschnitt 223 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Damit liegt der Preis unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, der bei 257 Euro pro Quadratmeter liegt. Grund hierfür ist, dass in dem Baugebiet "In den Tannen" auf dem Gelände der ehemaligen New Argonner Kaserne die Grundstücke zu einem Preis zwischen 160 und 170 Euro pro Quadratmeter verkauft wurden.
Deutlich schwächer ist der Markt bei den unbebauten gewerblichen Grundstücken. Im Durchschnitt wurden in den letzten zehn Jahren weniger als zehn Fälle pro Jahr registriert. Das liegt an den wenigen verfügbaren unbebauten Gewerbeflächen in Hanau. Im Berichtsjahr 2011 gab es nur fünf auswertbare Verkäufe über das Stadtgebiet von Hanau verteilt. Die Spanne der Gewerbepreise lag bei 90 bis 140 Euro pro Quadratmeter.
Einen geringen Anteil am Markt von unbebauten Grundstücken hat der Teilbereich landwirtschaftliche Flächen, in dem nur 15 Kaufverträge registriert wurden. Die meisten landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden im Jahr 2011 in der Gemarkung Klein-Auheim veräußert. Der Durchschnittspreis für unbebaute Landwirtschaftsflächen liegt bei 3,15 Euro pro Quadratmeter. Die veräußerten landwirtschaftlichen Grundstücke haben in der Regel eine Flächengröße unter einem Hektar.
Im Teilmarkt bebaute Grundstücke zeigt der Trend langfristig aufwärts. Nachdem sich die Anzahl der Verkäufe hier in den ersten Jahren des Jahrhunderts rückläufig entwickelt hat, ist seit 2006 wieder eine Steigerung der Verkaufszahlen zu verzeichnen. Im Jahr 2011 wurde  allerdings gegenüber dem Vorjahr ein geringer Rückgang von drei Prozent registriert. Dabei lag der Anteil der bebauten Grundstücke am Gesamtumsatz aller registrierten Verträge mit 112,7 Millionen Euro bei rund 56 Prozent. Der Flächenumsatz betrug im Berichtsjahr 2011 ca. 29,7 Hektar und lag somit deutlich unter dem Flächenumsatz des Vorjahres (69,5 Hektar).  In den Jahren 2008 bis 2010 wurde ein extrem hoher Flächenumsatz verzeichnet, da sehr große Kasernen- und Gewerbeflächen in Hanau veräußert wurden. Die meisten Verkäufe von bebauten Grundstücken gab es wie auch im Vorjahr in der Gemarkung Hanau.
Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser älterer Baujahre (1945 - 2007) wurde im Jahr 2011 im Schnitt 219.000 bis 299.000 Euro bezahlt, für eine Doppelhaushälfte rund 204.000 bis 235.000 Euro und für ein Reihenhaus cirka 196.000 bis 207.000 Euro.
In geringer Anzahl (11 Verkäufe) wurden 2011 auch neugebaute Eigenheime veräußert (Baujahr 2008-2012). Der mittlere Preis für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser beträgt hier rund 406.000 Euro, für eine Doppelhaushälfte cirka 304.000 Euro und für ein Reihenhaus um die 223.000 Euro.
Die Anzahl der Verkäufe im Wohn- und Teileigentumsmarkt weist einen Anstieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Mit 469 Kaufverträgen im Vergleich zu 398 im Vorjahr  wurde ein neuer Spitzenwert erreicht.
Die Durchschnittspreise für neugebaute Wohnungen einer Größe von 80 bis 100 Quadratmetern sind in den letzten zehn Jahren annähernd stabil geblieben und bewegen sich knapp über 2.000  Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die mittleren Kaufpreise von Wiederverkaufsobjekten einer Wohnungsgröße von 80 bis 100 Quadratmetern sind in den letzten zehn Jahren leicht rückgängig und liegen zwischen 1.300 und 1.400 Euro pro Quadratmeter. Der preisliche Unterschied zwischen neugebauten und wiederverkauften Eigentumswohnungen liegt im Durchschnitt bei rund 700  Euro pro Quadratmeter.
Seit ein paar Jahren werden auch vermehrt Einfamilienhäuser insbesondere Reihenhäuser als Wohnungseigentum veräußert. Im Berichtsjahr 2011 betraf das 34 der registrierten Kauffälle - die Mehrheit sind Reihenhäuser in Großauheim (22 Fälle).
Zum zweiten Mal in Folge werden im Immobilienmarktbericht auch Auswertungen zu Wohn- und Gewerbemieten vorgestellt. Für Wohnungsmieten liegt der statistische Mittelwert für den Auswertzeitraum 2011 bei 6,45 Euro pro Quadratmeter. Für die Zeitreihe 2008 bis Mitte 2012 liegt der Mittelwert bei 6,33 Euro pro Quadratmeter.
Bei Gewerbeflächen allgemein ergibt die statistische Auswertung im Jahr 2011 einen Mittelwert von 8,06 Euro pro Quadratmeter. Speziell bei Büroflächen liegt der statistische Mittelwert für den Auswertezeitraum 2008 bis 2011 bei 7,39 Euro pro Quadratmeter. (pshu)

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