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Die ganze Wetterau, das Ried nur noch eine riesige Wasserfläche. Dazwischen werden die Wolkenkratzer in Frankfurt mit ihren Spitzen herausragen. Upps, wo kommt denn da die Kinzig her? Grafik: Prof.Dr. Ulrich Schreiber

Hanau - Gar nicht positiv für unsere Stadt würden sich die Vermutungen des Duisburger Geologen Prof. Dr. Ulrich Schreiber auswirken. Er hat lange Jahre die Geologie der Eifel untersucht und festgestellt, ein Vulkanausbruch in der Eifel ist praktisch jederzeit wieder möglich. Zunächst wegen seiner Entdeckung, dass Ameisenvölker bevorzugt ihre Haufen auf Erdspalten ansiedeln, belächelt hat sich diese Behauptung inzwischen belegen können. Auch andere Geologen zweifeln inzwischen nicht mehr an der Möglichkeit eines vulkanischen Ausbruchs in der Eifel. Es geht eigentlich nicht mehr um das "ob", sondern um das "wann". Daraus ist nun eine geokalyptische Vision entstanden, ein Roman: "Die Flucht der Ameisen".

Richard Schaffer-Hartmann
Die Nacht, als Hanau unterging
19. März 1945
Am frühen Morgen des 19. März 1945 ging Hanau nahezu vollständig unter. Um 4.20 Uhr begann ein knapp zwanzigminütiger Luftangriff, bei dem die mittelalterliche Fachwerkstadt Alt-Hanaus mit dem Stadtschloss sowie die spätrenaissance­frühbarocke Planstadt Neu-Hanaus in Schutt und Asche gelegt wurden. Auch die Industriegebiete und die Eisenbahnlinien im Südosten der Stadt wurden weitestgehend zerstört.

Die alliierten Bomber entfachten einen Feuersturm, dem weit über 2000 Menschen zum Opfer fielen. Mit einem Zerstörungsgrad von über 70 % war Hanau die am meisten zer­störte Stadt Hessens. In dramaturgisch beeindruckender Art gelingt es dem Autor Richard Schaffer­Hartmann, den Spannungsbogen vom Leben in der unzerstörten Stadt bis zum Großangriff der Alliierten auf Hanau zu ziehen. Im Vordergrund aber steht der 19. März selbst, mit Schilderungen, wie Menschen aus Hanau die nächtlichen Angriffe erlebten und überlebten.

Diesem letzten vernichtenden Angriff waren seit 1940 zahlreiche andere voraus­gegangen. Zunächst waren nur Luftalarme gegeben worden, ohne nachfolgende Bombardierung, doch bereits ab 1941 waren auch die ersten Bombenschäden in der Stadt zu verzeichnen. Die Intensität der Luftangriffe häufte sich dann im Jahr 1944. Schon diese Angriffe wären geeignet gewesen, mit der abgeworfenen Bombenlast die Stadt zu zerstören. Aufgrund ungünstiger Wetterverhältnisse, die eine klare Sicht auf das Zielgebiet vereitelten, waren die Auswirkungen jedoch geringer.

Illustriert wird der Bildband mit rund 100 authentischen S/w-Fotografien, die von der Bildstelle Hanau, dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. und den Museen der Stadt stammen. Sie dokumentieren auf beklemmende Weise das ganze Ausmaß der Zer­störung und das unvorstellbare Leid der Bevölkerung.

Das macht den Band zu einem bewegenden Dokument der Zeitgeschichte, das die Erinnerung an die Geschehnisse der damaligen Zeit auch für die jüngeren Gene­rationen bewahrt.

Autor:
Richard Schaffer-Hartmann, Jahrgang 1950, war bis 1980 als Lehrer tätig. Heute arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stadt Hanau. Er ist Herausgeber und Redaktionsleiter des Magazins stadtzeit und zahlreicher weiterer Publikationen. Er ist Mitglied des Arbeitsausschusses des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. und Leiter des Historischen Museums Schloss Philippsruhe.

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